Künstliche Intelligenz vs. Hausverstand

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Sie verändert unseren Alltag und unsere Arbeitswelt in rasantem Tempo. Die Möglichkeiten sind enorm – gleichzeitig schürt diese Entwicklung auch Ängste. Manche davon mögen übertrieben sein, andere durchaus berechtigt.
Wie ernst die Risiken selbst von den Entwicklern genommen werden, zeigen die zunehmenden Forderungen nach internationalen Sicherheitsstandards und Selbstbeschränkungen bei der Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Modelle. Erst kürzlich hat Chat-GPT-Entwickler Open AI nach einem neuerlichen selbständigen Ausbruch der KI aus ihrer sicheren Umgebung die Entwicklung seines derzeit leistungsfähigsten KI-Modells vorerst gestoppt.
Eine andere Gefahr erscheint für unseren Alltag jedoch wesentlich unmittelbarer: Erste Studien zeigen, dass sich durch die Nutzung von KI auch unsere Denkprozesse verändern. Wer geistige Aufgaben bequem an die KI auslagert, läuft Gefahr, sich schleichend vom eigenständigen Denken, kritischen Reflektieren und Hinterfragen zu entwöhnen.
Gerade darin wird künftig aber ein entscheidender Wettbewerbsvorteil liegen. Wenn nahezu jeder Zugang zu denselben KI-Werkzeugen hat, macht nicht mehr das Werkzeug selbst den Unterschied. Im Vorteil werden jene sein, die KI verstehen, gezielt einsetzen und ihre Ergebnisse kritisch beurteilen können.
Künstliche Intelligenz wird uns künftig viele Aufgaben abnehmen. Das eigene Denken sollte nicht dazugehören. Denn auch im Zeitalter der KI bleiben analytisches Denken, Erfahrung und nicht zuletzt der gute alte Hausverstand Fähigkeiten, die uns kein Algorithmus abnehmen sollte.
